Geeignete Rassen - kleine Rassenkunde

Zughundesport - Wagenziehen - Teamarbeit Was verbirgt sich hinter dem Zughund?

Der Hund ist das älteste Zugtier des Menschen. Noch weit vor dem Gebrauch des Pferdes zogen Hunde Lasten des Menschen. Im Norden und wo viel Schnee ist, zogen sie mit Hilfe des Schlittens und mit dem Hundewagen (Bollerwagen) alle möglichen Lasten. Der Zughund ist ein Teil der Menschheitsgeschichte. Durch ihn entstanden die ersten Verkehrsregeln und das erste Tierschutzgesetz. Quer durch die Geschichte gab es immer Leute, die auf ihn angewiesen waren oder ihn sehr schätzten und seine Gegner, die aus Unwissenheit meinten und noch meinen "es sei Tierquälerei".

Albert Heim, Begründer der Schweizer Sennenhunderassen sagte einmal: "Kein Hund bleibt so lange frisch und gesund, wie ein richtig gehaltener Zughund."

Welche Hunde eignen sich für den Zughundesport?

Zughunde sind sehr große, schwere Hunde und von mittlerem Temperament. Höhe ab ca. 50 cm; Gewicht ab ca. 30 kg.
Sie müssen gesund sein, keine Herzkreislaufkrankheiten haben und dürfen nur zur leichten HD neigen.
Charakterlich sollten sie sozial und ausgeglichen sein, da in Gruppen geübt und gezogen wird.
Grundkenntnisse der Unterordnung sollten die teilnehmenden Hunde schon beherrschen.
Angespannt werden nur ausgewachsene Hunde mit ca. 1 1/2 - 2 Jahre, davor können sie zuschauen und schon lernen.

Was zu beachten ist!

Es gibt Zughunderegeln, die dazu dienen den Hund nicht zu überlasten und eine Befolgung dieser Regeln vereinfacht die Arbeit für Hund und Lehrer.
Das Geschirr muss passen und der Wagen so gebaut sein, dass er sich leicht ziehen lässt und er darf dem Hund keine Verletzung zufügen. Der Wagen muss sich für den Hund leicht und gut führen lassen.
Theoretische Kenntnisse werden im Kurs angeboten, bzw. während der Übungen vermittelt.

Wo kann man alles ausprobieren und üben?

Wir, der Begleit- und Zughundesportverein Berlin, treffen uns jeden Sonntag, ab 10 Uhr Winterzeit / 9 Uhr Sommerzeit in Berlin-Treptow
Ausrüstung kann ausgeliehen werden. Später ist die Anschaffung einer eigenen Ausrüstung ratsam, da nur begrenzt Wagen zur Verfügung stehen.
Geübt wird in der Gruppe und individuell je nach Ausbildungsstand und Lernfähigkeit des Hundes.
Zwischen den Übungen können und sollten die Hunde auch spielen.

Wo kann man sich bei Interesse melden:

Vorherige Anmeldung unter Tel. 030/367496373 wird erbeten.
Die Dauer der Teilnahme ist ohne Begrenzung.

Als Zughund geeignete Rassen

Riesenschnauzer

Der Riesenschnauzer ist ein sehr temperamentvoller Arbeitshund, der ohne Auslastung und konsequente Erziehung zum Problemhund werden kann. Seine Denkstruktur ist gradlinig und so benötigt er auch konstante Regeln, schnelle Kommandos und einen konsequenten, verständigen Menschen, bzw. in Einigkeit handelnde Familie. Er braucht enorm viel Bewegung und liebt Herausforderungen. Als Zughund ist er daher sehr gut geeignet. Sein Problem ist nur, dass er über seine Leistungen gehen will und gern 200% geben möchte. So ist für ihn das Kommando: Pause! sehr sehr wichtig. Auch wenn der Hund noch frisch wirkt, muss man ihn zu regelmäßigen Pausen zwingen, um eine stetige Kondition aufzubauen, ohne den Hund zu überlasten.
Ansonsten arbeitet er auch gern selbstständig vor dem Wagen und prägt sich schnell ein Gelände, wie ein Navigator, ein. Durch sein Temperament, muss man gezielt an Hindernissen arbeiten, die er gern schneidet. Dazu braucht es auch viel Vertrauen und Erziehung zur Selbstständigkeit. Er muss durch Erfahrungen lernen dürfen. Durch die Auslastung in Geist und Körper beim Ziehen, fühlt er sich sichtlich nach getaner Arbeit wohl und ist dann ausgeglichen.
Da er bei Anstrengung und Aufregung schnell auf die Zehen geht und nicht mehr die gesamte Pfote nutzt, braucht er auf längeren Strecken Schuhe. Feste Waldwege sind asphaltierten und steinigen Wegen vorzuziehen. Auch sollten die Pfoten nach jeden Spaziergang untersucht werden, da sich schnell Getreidegrannen u.ä. zwischen den Zehen in die Haut bohren können.

Mittelschnauzer

Auch er hat das Herz eines großen Hundes und eignet sich zum ziehen, wie sein großer Vetter. Doch durch seine geringere Größe sollte er zu zweit oder zu einen anderen Hund dazu gespannt werden. Er ist sehr temperamentvoll, aber auch sehr unsicher in neuen Dingen. So braucht auch er am Anfang viel Verständnis, Einfühlungsvermögen und Gelassenheit. Dann arbeitet er schnell, sicher und konzentriert.

Bernhardiner

Sie sind sehr schwer, aber nicht unbeweglich. Ihnen liegt das Tempo zwar nicht, aber sie arbeiten sehr sicher und gewissenhaft. Da sie auch recht stur ihre eigenen Ziele verfolgen können, brauchen sie eine konsequente Erziehung. Bei ihnen steht das Training zum Konditionsaufbau an erster Stelle. Sie haben schon durch ihre Größe eine enorme Kraft, die sie auch gern anwenden möchten. Sie arbeiten sehr gern und mögen dabei Publikum. Durch die regelmäßige Zugarbeit unterstützt man ihre Gesundheit sehr, da somit Blutkreislauf und Muskeln trainiert werden. Zughunde werden später alt. Bei der Wahl des Welpen, sollte man einen agileren dem behäbig wirkenden vorziehen.

Schäferhund

Diese Hunde sind gern zur Arbeit bereit und lernen schnell ihre Aufgaben. Durch ihr Temperament brauchen auch sie das Kommando: Pause! noch bevor sie das Ziehen lernen, denn Tempo machen sie allein. Sie müssen lernen ruhig im Trab zu ziehen, um Verletzungen und überlasten zu vermeiden. Sie müssen während der Ausbildung auch lernen genau zu arbeiten um Hindernisse zu umrunden und nicht sich selber zu überholen. Mitunter wirken sie am Anfang im Geschirr schreckhaft, da muss man mit konsequenter Ruhe, die Angst nehmen. Es ist ganz normal, dass sich der Hund in der neuen Situation, eingespannt vor einen klappernden Wagen, unwohl fühlt und sogar panisch reagieren kann. Hat er aber erst mal diese Phase der Ausbildung überwunden und erfahren, welche Möglichkeiten ihn sich mit der Zugarbeit bieten, dann freut er sich schon nur beim Anblickes des Geschirres in Erwartung. Da er ein sehr ausdauernder Läufer ist, machen ihn lange Kutschfahrten durch das Gelände keine Probleme, sondern eher viel Spaß.

Doggen

Alle doggenartige Hunde sind zum Ziehen geeignet. Sie brauchen für den Alltag sowie Hundesport immer eine konsequente Erziehung und stetige Regeln im Umgang. Die Deutsche Dogge läuft als einzige aus der Gruppe gern ausdauernd. Gerade vor der Kutsche, kann sie sich mal ausgelastet im Trab bewegen und Körper in Muskeln und Kreislauf trainieren. Sie ist mitunter recht stur und eigen, dem sind mit sturer Konsequenz stetig Paroli zu bieten, dann fühlt sie sich wohl und sicher. Einst Hund des Adels und als Kampfhund (Rüstungsstokke) legte man bei der Zucht mehr Wert auf Größe und Wachbereitschaft. Ihre Auffassungsgabe ist daher nicht so schnell. So groß diese Hunde auch sind, haben auch sie, in neuen Dingen kennen lernen, ihre Ängste und Unsicherheiten. So brauchen sie bei der Ausbildung Einfühlungsvermögen, Geduld und Vertrauen. Dann lernen sie auch sicher eine Kutsche zu ziehen. Sie imponieren ganz gern mit ihrer Größe, das kann man sich bei der Zugarbeit zu Nutze machen. In Ausdauer am Rad trainierte Hunde ziehen ohne Probleme Lasten über weite Strecken mit Leichtigkeit. Ohne Training kann man auch diese großen Hunde schnell überlasten. Einmal in der Arbeit vertieft, sind sie sehr zuverlässig und zielorientiert.
Massigere Doggenarten neigen zur Schwerfällig- und Faulheit. Meist lag ja ihre Aufgabe im Wachbereich und Ausdauer gehört nicht zu ihren Stärken. So muss man sie zeitig zu Ausdauer erziehen und ihnen Bewegung schmackhaft machen. Auch mit dem Futter sollte man da mehr auf die Figur achten, da sie schneller als andere Rassengruppen zur Fettleibigkeit neigen. Aber ein beweglicher Hund bleibt nun mal länger fröhlich und gesund. Die schweren Knochen brauchen ein gutes Muskelsystem, damit der Hund lange gesund und munter bleibt. Ziehen diese Hunde nicht mehr, wie das zweifache ihrer Körpermasse, dann mögen sie lieber den Schritt bei der Arbeit. Sie sind aber dabei sehr zuverlässig und verfolgen ihr Ziel mit Ruhe und Sturheit, wie ein Uhrwerk.

Leonberger

Diese Rasse wurde einst nach einem Wappen erzüchtet und dienten als Wachhund in der Region Leonberg. So sind diese Hunde nie auf Ausdauer gezüchtet worden, sondern Aussehen und man sollte sie gut und zeitig dahin trainieren und ihrer Faulheit, der Gesundheit wegen, nicht nachgeben. Sie lernen schnell und gern einen Wagen zu ziehen und sind dabei sehr gewissenhaft und zuverlässig. Arbeiten macht ihnen sehr viel Spaß und sie ziehen am liebsten zu zweit oder mehreren Hunden. Unsicherheiten überspielen sie gern.
Sie sind hitzeempfindlich und sollten daher mehr im Schatten laufen, bzw. durch ein nasses Tuch über den Rücken gekühlt werden. Das mögen sie sehr auch beim einfachen Spaziergang. Ihre feine Unterwolle verlangt ein besonders passgenaues Geschirr und regelmäßige Kontrolle unter den Achselhöhlen und zwischen den Zehen, um eine Knötchenbildung und Wundlaufen vorzubeugen. Auch sind die Krallen recht frohwüchsig, dann auch brüchig und müssen entweder durch regelmäßiges Laufen auf Stein oder Asphalt oder durch die Schere gekürzt werden.

Akita Inu

Diese großen Bären, sind in ihrem Wesen sehr unsicher und distanziert neuen Dingen gegenüber und stehen auch nicht so auf engen Kontakt zu Mensch noch Tier. Sie sind kurz in ihrer Kommunikation, urwüchsig und neigen zum Machoverhalten. Dem ist in der Erziehung entgegenzuwirken und durch Erfahrungen abzubauen. Dann sind diese Hunde zuverlässige und freundliche Arbeiter und Begleithunde. Er lernt das Ziehen sehr schnell und gewinnt durch den Wagen an Sicherheit. Er lernt auch viel durch Erfahrungen und was er einmal weiß, das vergisst er nie. Sein Tempo ist nicht übermäßig, da er sehr sorgsam auf das Gelände und Bodenbeschaffenheit achtet. So ist besonders die Erziehung zur Kondition wichtig. Seinen Machoverhalten muss man durch Disziplin und Abwechslung in der Arbeit gegensteuern. Auch Vertrauen lässt ihn schneller erziehen. So kann man ihn auch zur Rüdenfreundlichkeit erziehen. Er ist ebenfalls hitzeempfindlich.

Setter, Pointer, Weimerander und co

Auch in der Gruppe der Jagdhunde lassen sich viele Hunde für den Zughundesport begeistern und können so ihren Trieb nach Bewegung befriedigen. Sie lernen alle schnell und gern. Natürlich ist ihr Jagdinstinkt zu beachten in der Erziehung und mit Konsequenz entgegenzusteuern. Sie brauchen eh eine konsequente Erziehung und eine vertrauensvolle Kommunikation zwischen Mensch und Hund. Da diese Hunde alle ebenfalls sehr temperamentvoll sind und gern über ihre Grenzen gehen, brauchen sie das Kommando: Pause!
Auch Jagdhunde muss man durch Regelmäßigkeit eine Kondition aufbauen. Die Zugarbeit fördert den Geist und den Körper und macht auch diese Hundegruppe nach getaner Arbeit ausgeglichen.
Bei der Zuglast sind die Körpermasse und Ausbildungsstand zu beachten. Da ihnen auch ein holpriges Gelände liegt, ist der geeignet Wagen dazu von Vorteil.

 

Der große Schweizer Sennenhund und sein Wesen

Die Schweizer züchteten 4 (6) Bauernhundschläge Arbeitshunde - die vier Sennenhundrassen heute. Alle vier Rassen verfügen über die symmetrische typische Dreifarbigkeit unterscheiden sich aber in der Größe, Fellstruktur und vor allem im Wesen und somit in der Verwendbarkeit in Arbeit und Hundesport.

Appenzeller Sennenhund

Ca.50-55 großer, gedrungener, kräftiger, mutiger, energischer, sehr lebhafter Treib- und Hütehund und somit ausdauernd, bellt gern, freundliches und offenes Wesen.

Früher Hofwächter und Treibhund für Rinder und Schafe.

Heute gut für Agility, Dogdancing, Fährtenarbeit und überall da, wo der Hund mit seinen Menschen und mit seinen Eigenschaften gebraucht wird. Langeweile ist für ihn die Hölle. Als ehemals Hofhund, kommt er mit früher Prägung und dann wenig Erziehung auch mit anderen Tierarten friedlich aus. Er braucht eine konsequente freundliche Erziehung und einen Platz in seiner Familie, viel Bewegung und Aufgaben. Wie die meisten kleinern Hunde, streiten sie mal gern mit den Großen, da sie sich nicht ernst genommen fühlen und sehr selbstbewusst sind. Fachkenntnisse über Hundeverhalten, Gewöhnung und Erziehung schafft da schnell Abhilfe!!


 

Entlebucher Sennenhund

Der kleinste Sennenhund ca.40-50 cm hoch, gestreckter Körper, kräftig, flink, klug und selbstbewusst, etwas bellfreudig, schnell in der Bewegung, wie im Wesen.

Früher Hofwächter und sehr wendiger Hütehund

Heute im Hundesport, wo seine Wendig- und Schnelligkeit gebraucht wird. Sehr ausdauernd auch in der Fährtenarbeit. Er ist nicht schnell müde zu bekommen und als ehemals Arbeitshund, jederzeit bereit. Freundlich und zuverlässig im Wesen, braucht seinen Platz in der Familie und seine Aufgabe! Erziehung konsequent freundlich und mit Gewöhnung passt er sich schnell an Situationen und andere Tiere an.


Berner Sennenhund

Der einzige langhaarige Sennenhund von ca. 60-65 cm Größe mit bis zu 50 kg. Sein Erscheinen wirkt massig, sollte aber harmonisch beweglich bleiben. Er ist Harmoniesüchtig, freundlich mit guter Wachsamkeit, selbstständig, will seinen Menschen gefallen.

Früher Hofwart und zuständig für alle Dienste rund um den Hof von Hütehund, Kindermädchen, Zughund bis hin zum Wachhund, Arbeitshund rund um die Uhr.

Heute leider zum Modehund geworden und mit den üblichen Folgen kämpfend, ist er oft phlegmatischer geworden und allgemein auch unsicherer im Wesen. Er wird immer kleiner gezüchtet damit er weniger Platz braucht und in dem Aberglauben, ihn dann weniger erziehen zu müssen. Er verändert damit aber seine Erscheinung und sein Wesen und wird zu einer neuen Rasse.

Ohne Arbeit neigt er zum Verfetten und damit kürzerer Lebenserwartung, als einstiger arme Bauernhund ist er ein guter Futterverwerter. Gibt man seiner Faulheit nicht nach und unternimmt von jung an viel mit ihm und trainiert seine Ausdauer (z. B. tägl. Ca. 10-15min im leichten Trab am Rad ab ca.1 Jahr), dann ist er auch heute noch ein zuverlässiger ruhig treibender Herdenschutzhund, Zughund von der sicheren Sorte, guter Fährtenhund, zuverlässiger Schutz- und Wachhund, Rettungshund und in anderen Gebieten, wo man seine ruhigeres, ausdauerndes, Selbstdenkendes Wesen braucht, zu finden. Er braucht seine Menschen und eine konsequente freundliche Erziehung. Man sollte sich durch sein niedliches teddyhaftes Aussehen nicht täuschen lassen und zu spät mit der konsequenten Erziehung anfangen, wenn er mit 50 kg nicht mehr so leicht handelbar ist. Gewöhnung an Situationen des Alltags; andere Tiere und Menschen sind genauso wichtig, wie eine frühe und regelmäßige Sozialisierung. So wird aus dem Berner ein schöner und leichtführiger Familienhund, der souverän wirkt und gern gesehen ist. Eine Aufgabe in der Familie ist ihm sehr, sehr wichtig! Hat er die, bleibt er lange fit und gesund! Er hängt sehr an seinen Herren/in.

Großer Schweizer Sennenhund

Mit bis zu 72 cm hoch und 65 kg Gewicht der größte Sennenhund. Sehr kräftig, aber harmonisch und beweglich in der Bewegung, wie im Wesen. Er ist unbestechlich, Beschützer des Schwächeren, unerschütterlich, sensibel, selbstbewusst, eigensinnig, zuverlässig und fleißig.

Einst Wachhund, Herdenschutzhund, selbstständig arbeitender Zughund, selbstständiger Jagdwilderer

In den man ihn auch heute noch zuverlässig einsetzen kann. Als Typ Herdenschutzhund will er bei seiner Arbeit selbstständig denken und eignet sich nicht für Widerspruchslosen Appell. Sein Wesen ist noch meist ursprünglich. Seine Menschen gehen ihn über alles und er braucht noch mehr als sein Futter, eine Aufgabe und Verantwortung. Dort ist er bestrebt nicht zu enttäuschen. Durch seine enorme Kraft und Ausdauer ist er ein hervorragender Zughund (200-300 kg) bei regelmäßigen und sachgemäßer Handhabung unbestechlich. Er braucht eine konsequente, frühe Erziehung, die auf seinen ständigen Wissensdurst eingeht. Durch diese frühen Erfahrungen eignet er sich selbst viele Menschenkenntnisse und richtige Verhaltensregeln an und sucht sich sicher einen Platz und Aufgabengebiet aus, wo er sich bei seinen Menschen einbringt, um zu gefallen. Er zeigt aber auch eine gewisse Arroganz gegen Menschen ohne Hundeverstand. Auch ist es wichtig, ihn früh zu sozialisieren, dann ist er ausgesprochen freundlich und gesellig, auch Rüden untereinander und ausgeglichen leicht händelbar durch den Alltag. Früh an andere Tiere gewöhnt geht er behutsam und gelassen mit ihnen um. Isolation, Arbeitslosigkeit und wenig Ansprache machen ihn nervös und böse. Auch zu viel Drill lassen seine natürlichen Eigenschaften verkümmern und machen ihn unsicher im Wesen. Als heimlicher Wilderer in fast vergessenen Tagen, brachte er so manchen Braten für die ärmeren Bauern, die ihn dazu nutzten. So manch ein Großer verfügt noch heute über diese Jagdeigenschaften, die man beizeiten ertesten und dann durch Erziehung einwirken sollte. Diese Hunde sind gute Apportier- und Fährtenhunde. Er hängt sehr an seinen Herren/in

Es ist zu hoffen, dass er nicht zum Modehund wird. Eine Tendenz ist leider schon sichtbar. Dies ist der kleinere schlankere Typ, der somit auch sein Wesen zum nervöseren verändert und die guten Eigenschaften verliert (Gentechnische Vererbungslinie – Aussehen mit Wesen gekoppelt).

Vor- und Nachteile des Wesens Sennenhundes (freundliche Dominanz)

Bevor man den Charakter einer Rasse beurteilt, muss man sich anschauen, wie sie entstanden ist, wer und was sie formte, um die Vor- und Nachteile des Wesens einer Rasse zu begreifen.

Die Schweizer Sennenhunde gehören zu den Lagerhunden - Bauernhunden. Sie blicken auf eine lange Geschichte zurück, die mit der Sesshaftwerdung der Menschen in der Jungsteinzeit in Schweizer Raum beginnt. So haben also seit jener Zeit, die Menschen (Bauern) die Rassen nach ihren Bedürfnissen geformt gezüchtet. Weiter spielten hierbei auch viele Umwelteinflüsse, wie zum Teil das sehr rauhen Klima und schroffer Landschaft eine Rolle. Vornämlich brauchte man die Hunde als Wächter für Hof und Vieh, als Jagdgehilfen, Treibhund fürs Vieh, Transportmittel, Apportiergehilfen, aber auch zur Nahrung für den Menschen. So ist ein Bauernhund Mädchen für alles- ein Mehrfachgebrauchshund. Daher die enorme Selbstständigkeit des Sennenhundes, auf die ich später noch zurück komme.

Selbst konnten die Ansprüche der Hunde nicht hoch sein, da das Leben auf den Bauernhöfen allgemein hart und karg war, daher auch die gute Futterverwertbarkeit unserer Sennenhunde.

Je nach Region und nach vornämlichen Gebrauchszweck formten sich schließlich durch Zucht die einzelnen Schläge der Sennenhunde heraus, die Albert Heim dann schließlich vor ca. 100 Jahren standardisierte. Er erkannte in den Sennenhunden Hunde, die nicht nur durch verbesserte Reinzucht ihres Äußeren, sondern auch durch ihr Wesen zum Verkaufsschlager in alle Welt werden könnte. Vor allem für den Berner sah er diese Zukunft. Er meinte: "Die Sennenhunde sind fleißige Bauernhunde, die sich aber auch in Gesellschaft zu benehmen wissen."

Wenn man sich also eine Rasse anschaut, dann muss man sich die Menschen ansehen, die sie zur Rasse formten. Man sagt nicht umsonst: "Wie der Herre so das Gescherre".

So prägt nicht nur der Besitzer seinen Hund, so prägt ein Menschenschlag die Zucht seiner Hunde.

Es ist eine Wechselwirkung. Wenn man sich die Heimat der Sennenhunde ansieht, so fällt vor allem auf, dass es keine Zäune gibt, das die Hunde sich dort frei zwischen Stall, Speicher und Haus bewegen und das sie genau ihre Ackergrenzen kennen. Sie sind aufmerksame Betrachter ihrer Umwelt, immer bestrebt immer zur Stelle zu sein, aber auch nicht im Weg zu stehen, um nicht in Ungnade zu fallen, sowie sich in den Arbeitsalltag mit einzubringen. Ihre Aufzucht und Erziehung sollte keinen großen Aufwand machen, dafür hatte man schlichtweg kaum Zeit, da die Bauern fürs tägliche Überleben schon genug von früh bis spät zu tun hatten. Vor allem das machte den Sennenhund zum guten Beobachter und zur Selbstständigkeit. Der Hund war nicht Luxus sondern Arbeiter und Helfer fürs tägliche Überleben. Hunde die diese Eigenschaften nicht mitbrachten kamen beizeiten unter die Räder, wurden nicht erwachsen. Auf der anderen Seite durfte er seine Selbstständigkeit nur im Sinne der Arbeit nutzen, aber nie gegen seinen Herren. Zu dominante Hunde kosten zu viel Aufwand und wurden selektiert. Eine Ausnahme bildeten da die Berner Sennenhunde mit Spaltnase, die einige zur Rasse erhalten wollten. Mit diesen Gendefekt verband sie eine enorme Aggressivität und hohe Sterblichkeit, die dennoch vereinzelt als böse Kettenhunde genutzt wurden. Es gab Schweizer, die diese Hunde als Wachhunde weiter wollten. Albert Heim kämpfte dagegen mit Erfolg. So verschwanden diese Hunde zum Glück schnell. Weiter gab es einen Sennenhund mit sehr lockigem Fell in Größe und Form des Berners ähnlich. Seine Pflege war aber aufwendiger und auch sein Aussehen befand man damals als nicht so schön, so selektierte man diese Hunde bei der Zucht gegen ein schlichteres pflegeleichteres Fell des Berners aus. Was natürlich nicht sagt, dass hin und wieder ein lockiger Hund oder eine Spaltnase in einen heutigen Wurf liegt.

Der Nutzen des Sennenhund war umfangreich. Mehrfachdienste wurde von ihnen vorrangig und täglich gefordert und die Hunde, die diese Eigenschaften zeigten kamen zur Vermehrung. Das Wesen und die Gesundheit stand bei der Zucht im absoluten Vordergrund. Die anderen Hunde selektierte, meist ohne großes zutun des Menschen, die Umwelt von selbst aus, bzw. so traurig das aus heutiger Sicht klingt, landeten die Hunde im Kochtopf, da sich die armen Bauern keinen Luxus und keine Verschwendung leisten konnten. Erstaunlich ist auch, wie alt dann die Sennenhunde früher wurden. So war es nicht selten, dass zu einer Zughundeprüfung ein 16 Jähriger den Junghunden, was vormachte. Auch einen Hund der ca. zwei Jahre für seine Entwicklung nun mal braucht, dann aber mit 6-8 Jahren stirbt, nützte den Bauern wenig und man selektierte diese Blutlinien aus. Nur diese harte und strikte Selektion ermöglichte es, dass wir heute 4 schöne Sennenhundrassen haben. Um sie zu erhalten bedarf es keine Nachlässigkeit in der Zucht und das nicht nur bei der Optik, sondern auch im Wesen und Leistung der Hunde. Man mag meinen, heute braucht der Hund doch nicht mehr so hart für sein Futter zu arbeiten, aber eine Rasse, die sich über Jahrtausende durch Arbeit formte, wird mit Arbeitslosigkeit und nicht Gebrauchtwerden schlecht zurecht kommen, krank und schwach oder verhaltensauffällig. Sennenhunde brauchen also für ihr Gedeihen eine Aufgabe, körperliche und geistige Bestätigung, wie Futter und Wasser.

Sehen wir uns weiter die Menschen an, die sie erzüchteten. Die Schweizer Bauern sind ruhige bis hin zu wortkarge Leute, die lange Jahrhunderte in Abgeschiedenheit der Berge lebten, so formte sich das Bestreben der Hunde, seinen Menschen von den Lippen lesen zu können, wohl aus. Hunde die langsam im Verstehen waren selektierte man aus.

Alle Streuner, die Feldgrenzen nicht als Bewegungsgrenze akzeptierten, schloss man für die Zucht aus, da man dies nicht duldete. Der Hund musste, wenn man seine Dienste brauchte stets zur Stelle sein. Vor allem den Berner, der als Hofhund seine Pflichten hatten, bevorzugte man die ruhigeren und bewegungsarmen Hunde mit steiler Hinterhand. Der Große Schweizer Sennenhund hatte seine Hauptaufgabe im Transport und im Zug von Lasten. Ein kurzes wetterfestes Fell was sich nicht in den Riemen verheddert, längere kräftigere Beine sind da vom Vorteil. Kuhhessigkeit wurde lange gefördert bei der Zucht von Zughunden und sie tritt gerade beim GSS heute noch häufig auf. Man nahm an, dass das Auswärtsdrehen der Pfoten beim Ziehen vom Vorteil sei. Als Mensch dreht man ja auch beim Klettern und Ziehen die Füße nach außen. Bewiesen wurde diese Theorie nie und heute sieht man es als optisch unschön an. Ansonsten verrät das Gebäude und Wesen vor allem des Großen S Sennenhundes, dass er gut längere Strecken mit Kraft bewältigen kann. Der Entlebucher und Appenzeller Sennenhund waren vornämlich Treibhunde, die mit Ausdauer, Flinkheit, Eigenständigkeit und Geschick dass Vieh im Gebirge, wie auf den Talwiesen treiben und bewachen konnten. So kann man sagen, dass die Sennenhunde zwar alle eine Hauptaufgabe – Hauptberuf hatten, aber auch in der Lage sein mussten, die anderen anfallenden Aufgaben zu erfüllen.

So brauchte man von allem alle 4 Sennenhunde Wacheigenschaften, ohne übertriebene Aggression. Die Hunde sollten stets zweibeinige Diebe mit Nachdruck stellen, aber das Richten ihren Meister überlassen. Vierbeinige Räuber bekämpfen und vertreiben. Schwächeren wie Kind und Jungvieh jedoch behüten. Man sagt sogar ihnen nach, dass sie Frauenhunde sein und das sie sich ihren Herren selbst suchen. Auf jeden Fall sind sie sehr treu und ergeben, wenn sie sich in ihren Heim Wohl fühlen. Und sie wollen ihren Menschen gefallen.

Alle Endpunkte des Sennenhundes haben eine weiße Endung, so kann man den Hund auch gut im Dunkeln erkennen und ihm im Kampf vom Wolf unterscheiden und helfen.

Zeitweilig wünschte man ein Kreuz als Brustfleck, wie in der Schweizer Flagge, so stolz war man auf seinen Hundeschlag. Die Dreifachzeichnung lässt ihn von weiten wie ein Kalb erscheinen und den Dieb täuschen. Die Brauen über den Augen lassen ihn auch im Schlaf wach erscheinen, so bekam er zeitweilig den Namen Vieräugli.

Man sieht also, sein Aussehen entstand nicht, weil es niedlich oder als schön empfunden wurde, sondern, weil es eine Funktion hatte.

Weiter mussten er das Vieh auf dem Hofe in Ruhe lassen, einen Hasen heimlich aus dem Wald konnten er schon mal zur Bereicherung des Speiseplans des Bauern nach Hause mitbringen. Auch die Schädlingsbekämpfung gegen Maus und co. war eine seiner Nebenjobs, gleichzeitig deckte er damit seinen Bedarf an tierischen Eiweiß. Fleisch konnte der Bauer natürlich seinen Hunden nur in Form von Abfällen geben. Sonst bekam er meist das Futter, was auch das Schwein bekam, Milch, Brot und Haushaltsabfälle. Und mancher Sennenhund zeigt auch heute dieses Jagdverhalten.

So formte sich das typische Verhalten des Sennenhundes aus.

Diese überlebenswichtige Selbstständigkeit in der Arbeit der Hunde, hat einen Nachteil. Sie wirken stur und verfügen über die so genannte freundliche Dominanz. Sie wollen den Sinn eines Kommandos wissen, eh sie handeln. Bekommen sie ihn nicht, werden sie stur. Sie brauchen Entscheidungsfreiraum, Verständnis, Vertrauen, um sich unter zu ordnen.

Nun da liegt das Problem. Denn leicht übersieht man an dieser Stelle, wo der Ungehorsam anfängt und der Mensch nicht mehr Rudelführer ist. Es ist also ein Unterschied, ob der Hund sich verweigert, weil er den Sinn nicht begriffen hat oder ob er nicht hören will, also freundlich dominant ist.

Die Aufzucht braucht viele Eindrücke, Freiraum und Anleitung besonders im ersten Jahr, damit der Sennenhund nicht scheu wird und seine Souveränität und Leichtführigkeit zeigen kann.

Auf der anderen Seite hat der Sennenhund ein Problem nun mit Zäunen und Angebundensein, vor allem in seiner Kindheit und Jugend in den Hauptlernphasen. Er fühlt sich arg beschnitten und entwickelt daraus oft Verhaltensprobleme von Nervosität bis hin zur Aggressivität. Der junge Sennenhund empfindet es nicht selten als Vertrauensmissbrauch, auch steht es seinen Bedürfnis seine Umwelt zu erkunden, zu verstehen und sich selbst zu Schulen im Wege und sich in seiner Umwelt anzupassen.

Sozialtraining mit Hunden aber auch anderen Tieren und Umgang mit Menschen, seiner Umwelt, Verhaltensregeln, Sitten und Bräuche in seiner Familie lernt der Sennenhund am Besten, wenn er sich immer frei und unter strikter Anleitung und Führung seiner Menschen und in seiner Umwelt bewegen kann. Leine und Zaun empfindet er nicht selten als Strafe, versucht sich zu befreien, um einen Weg zu finden, um wieder bei seinen Menschen zu sein. Oder er stumpft dort nicht selten ab, wird nervös, ängstlich oder aggressiv. Mühsam ist dann erst wieder die Erziehung mit Hilfe einer Hundeschule usw., wenn diese angeborenen Grundeigenschaften erst mal aberzogen wurden. Eingeschlichene Erziehungsfehler, aber auch Missverständnisse in der Kommunikation miteinander sind meist aufwendig wieder auszubügeln.

Ein Problem bei der Erziehung eines Sennenhundes stellt heute auch die Angst vor Verlust des Hundes durch Krankheit oder Unfall dar. Hat man früher sich erst an einen Hund gehängt, der durch eine Leistung hervortrat und in seiner Entwicklung fertig war, bzw. die Gefahren in seiner Umwelt widerstanden hat, so hängt man sich heute schon an den Welpen, als Familienmitglied und bis hin zum Partnerersatz. Ging man früher mit dem Hund ohne viel trara um, so macht man sich heute zu viele irritierende Gedanken über seine Erziehung und Wohlergehen, dass ein vermenschlichen oft nah liegt. Man handelt nicht mehr nach Gefühl und aus dem Bauch heraus, lasst sich durch so viele Erziehungsmethoden Verbote und Verordnungen verunsichern, was schließlich den Hund negativ prägt.

Um einen Sennenhund artgerecht zu halten, braucht er nicht nur Futter, Wasser und Streicheleinheiten. Wichtig ist für ihn gebraucht zu werden, eine Aufgabe zu haben, den sein Bewegungsdrang, Intellekt und Kraft gerecht wird. Da heute die wenigsten richtige Gebrauchshunde sein müssen, findet man sicher einen Platz im Hundesport. Agility, Dogdancing, Ballspiele, aber auch die Rettungshundeübungen sind hervorragender Ersatz für das Hüten einer Viehherde. Im Zusammenarbeit mit seinen Herren eine Aufgabe zu bewältigen ist ihnen mehr wert, als Futter. Zughundesport und auch die Verwendung des Hundes als Zugtier im Alltag, ist ebenfalls für viele Hunde eine Bestätigung und innere Freude. Auch hier muss der Hund beim Führen des Wagens viel Selbstständigkeit und Geschick beweisen und sein Besitzer Vertrauen zu seinen Hund.

Kleine Bringedienste, wie das entladen des Autos, Apportierübungen, Bewachen von Gegenständen oder auch mal den Sonntagsbraten bewachen, statt den Hund zu isolieren , erfüllen die Hunde nach Anleitung sehr gern. Da ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Meist bieten die Hunde ihre Dienste an, die man nur noch lenken muss. Sie wollen und müssen auch immer bei ihren Menschen sein. Wichtig ist, dass man ihnen ihre Aufgaben wichtig und verständlich macht, da sie bei sturer Abfolge der Kommandos mit Verweigerung reagieren. Wichtig ist, dass Aufgaben täglich sein müssen. Auch wenn die Sennenhunde nicht die Bewegungsschnellsten sind, so braucht er tägl. sportliche Bewegung, das dann den Sennenhund länger fit und gesund bleiben lässt. Gelangweiltes Leben auf dem Grundstück zwischen Futternapf und Gassirunde, lässt ihn früher altern und trotz gutem Futter oft krank werden.

Warum werden Sennenhunde aggressiv und hat das mit freundlicher Dominanz zu tut? So steht das in keiner Rassebeschreibung.

Oft beginnt man mit der Erziehung erst, wenn der Hund Probleme zeigt, bzw. wenn er schon sein Gewicht mitbringt.

Erfahrungsmangel im sozialen Bereich, Übertragung der Unsicherheit und Angst seiner Menschen, erblicher Grundcharakter, Bedrohung und Angst vor Neuland, können einen Hund aggressiv, aber auch sehr ängstlich machen. Beim Hund geht es immer ums Überleben und er folgt dem Naturgesetz. Spürt er die Unsicherheit seiner Menschen, wird er die Führung übernehmen. Da Sennenhunde ruhige strategische Hunde sind, zeigen sie ihren Menschen (Büchsenöffner) nicht die Zähne. Überwiegend zeigen die Hunde im eigenen Rudel-Familie die freundliche Dominanz. Sie übernehmen die Führung Schritt um Schritt in wahrer Freundlichkeit. Kommandieren ihre Menschen fast beiläufig durch den Alltag. Doch die Probleme im Zusammenleben mit diesen Hunden nehmen leider zu und sind dann irgend wann nicht mehr zu übersehen, wenn sich alles nur noch um den Hund dreht, anstatt ein bereitwilliger Helfer seiner Menschen zu sein und man sich nicht mehr traut mit ihm vor die Tür zu gehen.

Zeigt der Sennenhund schließlich offene Aggression seinem Herren gegenüber, dann ist es höchste Zeit, was zu ändern.

Um den Unterschied zwischen freundlicher Dominanz und ich hab die Aufgabe noch nicht verstanden, zu unterscheiden, muss man sich mit der Hundesprache und mit seinen Hund intensiv auseinander setzen. Oft wird dieses Dominanzproblem mit niedlicher Dickköpfigkeit des Hundes verwechselt. Mit freundlicher Dominanz, heißt auch, der Hund ist das Alphatier in der Familie und gibt die Regeln an. Das darf nicht sein, weil es für die Umwelt auch eine Gefahr darstellt, abgesehen davon auch sich nicht ruhig leben lässt.

Wer einen Hund haben will, der ohne wenn und aber jede Aufgabe auf Kommando durchführt, der findet im selbstständigen Sennenhund keinen Freund.

Sennenhunde sind für gewöhnlich auch nicht aggressiv zu ihren Artgenossen. Kämpfe bedeuten für sie sinnlose Kraftverschwendung. Man blöfft ein bisschen und droht, brummen sich an, das genügt gewöhnlich, um die Rangordnung klar zu machen. (keine Zäune in der Heimat) Auch Rüden untereinander bleiben friedlich, wenn sie sozialisiert und ausgelastet sind. Vor allem wenn die Rangordnung zum Besitzer klar ist und dieser kein Match will, so wird der Rüde nicht beißen. Denn Ungnade zum Chef bedeutet kein Futter usw. Schutzlos sein und nicht Belohnung, wie es oft geschieht.

Wenn der Hundeführer aus Unwissenheit und Unsicherheit mit Angst auf einen entgegenkommenden Hund reagiert, spürt das der eigene Hund sofort, der dann die Führung übernimmt und aggressiv reagieren kann. Er versteht dieses Verhalten seines Herren als Angriffs- bzw. Verteidigungspfiff. Ängstliche Hunde ergreifen die Flucht, auch weg vom unsicheren Hundehalter.

Die Sprache des Hundes ist sehr interessant und umfangreich, bestehend aus Gestik und akustischen Lauten.

Der Hund lernt schnell die Menschensprache, aber wie viel versteht der Mensch von der Hundesprache? Es ist gar nicht so schwer, wenn man beobachtet und zuhört. Der Hund ist nicht nur ein Befehlsempfänger, Streichelkissen und der Besitzer nicht nur sein Büchsenöffner. Hören wir den Hundes zu und geben ihnen eine Aufgabe um lange an ihnen und mit ihnen Freude zu haben. Entdecken wir mit Hilfe ihrer Sinne unsere Umwelt klarer zu sehen und mehr Freude an kleinen Dingen zu finden. Lassen wir zu, dass der Hund uns ein Helfer ist. Und vergessen wir nie, dass wir immer das Alphatier im Rudel sein müssen, wenn wir glücklich und in Ruhe mit unserem Hund leben wollen.